Byfavo® (Remimazolam) in der prozeduralen Sedierung

Indikation:
Byfavo® (Remimazolam) 20 mg wird angewendet bei Erwachsenen zur prozeduralen Sedierung.1

Byfavo® (Remimazolam) in der prozeduralen Sedierung

Indikation:
Byfavo® (Remimazolam) 20 mg wird angewendet bei Erwachsenen zur prozeduralen Sedierung.1

Navigation

Inhaltsverzeichnis

Überblick zu Byfavo®

Byfavo® ist seit langem die erste Innovation bei den intravenösen Anästhetika.2

Schnell

Effiziente Arbeitsabläufe3, 4 durch Sedierung innerhalb von 3 Minuten und vollständige Erholung in 12–14 Minuten1

Zuverlässig

Reduzierter Opiat-Bedarf im Vergleich zu Midazolam3, 5

Verträglich

Hohe Patientenzufriedenheit durch gute Verträglichkeit selbst nach mehrmaliger Verabreichung1, 6

Pharmakologische Eigenschaften 
von Byfavo®

Byfavo® (Remimazolam) ist ein kurzwirksames Benzodiazepin. Der entscheidende Unterschied zu anderen Benzodiazepinen ist die Einführung einer Carbonsäureester-Bindung.1, 7, 8 Diese Carbonsäureester-Bindung wird durch das Enzym Carboxylesterase rasch hydrolysiert, wodurch ein inaktiver Metabolit* entsteht.1, 7, 8 Dies sorgt für einen schnellen Wirkungseintritt zu Beginn und eine schnelle Beendigung der Sedierung nach dem Eingriff – also eine vorhersehbare und kurze Wirkdauer.1, 7, 10

Abbildung 1: Chemische Strukturen von Remimazolam (CNS 7056) und dessen Metabolit (CNS 7054). Adaptiert nach Pambianco DJ et al. 2016.7
Abbildung 1: Chemische Strukturen von Remimazolam (CNS 7056) und dessen Metabolit (CNS 7054). Adaptiert nach Pambianco DJ et al. 2016.7

Klinische Daten zur prozeduralen Sedierung mit Byfavo®

Studiendesign

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Byfavo® zur prozeduralen Sedierung bei Koloskopie und Bronchoskopie wurde in prospektiven, randomisierten Placebo- und aktiv kontrollierten, multizentrischen Parallelgruppen-Studien untersucht.5, 10

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Byfavo® zur prozeduralen Sedierung wurde in einer prospektiven, randomisierten, placebo- und aktivkontrollierten, multizentrischen Phase-III-Parallelgruppenstudie bei Patienten untersucht, die sich einer diagnostischen oder therapeutischen Koloskopie unterzogen.5 Insgesamt 461 Patienten wurden im Verhältnis 30:6:10 randomisiert auf eine von drei Gruppen verteilt: Byfavo® (Induktion: 5 mg über 1 Minute, Aufrechterhaltung: weitere 2,5-mg-Dosen im Abstand von höchstens 2 Minuten, n = 298), Placebo (Induktion: gleiches Volumen wie Byfavo®, Aufrechterhaltung: weitere Placebo-Dosen mit gleichem Volumen wie Byfavo®, n = 60) oder Open-Label-Midazolam (Induktion: 1,75 mg, Aufrechterhaltung: weitere 1-mg-Dosen bei Patienten < 60 Jahren bzw. 0,5-mg-Dosen bei Patienten ≥ 60 Jahre sowie geschwächten oder chronisch kranken Patienten, n = 103).*, 5

Primärer Endpunkt:5

Erfolg des Eingriffs, beurteilt anhand folgender Kriterien:

  • Abschluss der Koloskopie und
  • keine Notwendigkeit für ein Rescue-Sedativum und
  • nicht mehr als 5 weitere Dosen Byfavo® oder Placebo innerhalb eines beliebigen 15-Minuten-Zeitraums (bei Midazolam: kein Bedarf an mehr als 3 Dosen innerhalb eines 12-Minuten-Zeitraums)
  • Zeit bis zum Beginn des Eingriffs nach Verabreichung der ersten Dosis
  • Zeit bis zur maximalen Sedierung nach Verabreichung der ersten Dosis
  • Zeit bis zur Bereitschaft zur Entlassung nach Ende des Eingriffs
  • Zeit bis zur vollständigen Wachheit (zur ersten von drei aufeinanderfolgenden Messungen auf der MOAA/S-Skala (insgesamt 5 Messungen) ab dem Startzeitpunkt der letzten Dosis des Prüfpräparats oder Rescue-Arzneimittels)
  • Erinnerung an den Eingriff anhand des Brice-Fragebogens bei vollständiger Wachheit und am Tag 4
  • Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit des Patienten, gemessen mit dem HVLT-R™, durchgeführt vor Verabreichung des Prüfpräparats und nach vollständiger Wachheit
  • Sicherheit mehrfacher Dosen von Byfavo® nach einer Standarddosis Fentanyl
  • Bereitschaft zur Entlassung 30, 60 und 90 Minuten nach Injektion der ersten Dosis
  • Beurteilung der Re-Sedierung mittels VAS für Schläfrigkeit
  • Notwendigkeit von Flumazenil während des Eingriffs
  • Eigene Einschätzung des Patienten zur Rückkehr zum Normalzustand nach dem Eingriff
  • Schmerzen bei der Injektion des Prüfpräparats
  • Populationspharmakokinetik bei Patienten unter 65 Jahren und bei Patienten im Alter von 65–74 Jahren
Abbildung 2: Studiendesign Byfavo® in der Koloskopie. Vergleiche zwischen Byfavo® und Midazolam sind beschreibend; Signifikanztests wurden nicht durchgeführt. Der Open-Label-Midazolam-Arm war nicht darauf ausgelegt, statistisch signifikante Unterschiede gegenüber Byfavo® aufzuzeigen. Erstellt nach Rex DK et al. 2018.5

<b>Abbildung 2:</b> Studiendesign Byfavo<sup>®</sup> in der Koloskopie. Vergleiche zwischen Byfavo<sup>®</sup> und Midazolam sind beschreibend; Signifikanztests wurden nicht durchgeführt. Der Open-Label-Midazolam-Arm war nicht darauf ausgelegt, statistisch signifikante Unterschiede gegenüber Byfavo<sup>®</sup> aufzuzeigen. Erstellt nach Rex DK et al. 2018.<sup>4</sup>

* Die Patienten erhielten Fentanyl zur Analgesie vor und während des Eingriffs (50 oder 75 μg bzw. eine reduzierte Dosis für ältere/geschwächte Patienten sowie zusätzliche Dosen von 25 μg in Abständen von mindestens 5 Minuten, falls erforderlich, jedoch insgesamt nicht mehr als 200 μg). # Die Open-Label-Midazolam-Gruppe war nicht darauf ausgelegt, statistisch signifikante Unterschiede gegenüber Byfavo® aufzuzeigen. † Begrenzt auf 5 Dosen innerhalb eines Zeitfensters von 15 Minuten. ‡ Begrenzt auf 3 Dosen innerhalb eines Zeitfensters von 12 Minuten.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Byfavo® zur prozeduralen Sedierung wurde in einer prospektiven, randomisierten, placebo- und aktivkontrollierten, multizentrischen Phase-III-Parallelgruppenstudie bei Patienten untersucht, die sich einer flexiblen Bronchoskopie unterzogen.10 Insgesamt 446 Patienten wurden im Verhältnis 30:6:6 randomisiert auf eine von drei Gruppen verteilt: Byfavo® (5 mg, n = 310), Placebo (gleiches Volumen wie Byfavo®, n = 63) oder Open-Label-Midazolam (1–1,75 mg, n = 73).*10

Primärer Endpunkt:10

Erfolg des Eingriffs, beurteilt anhand folgender Kriterien:
  • Abschluss und Erfolg der Bronchoskopie und
  • keine Notwendigkeit für ein sedatives Rescue-Arzneimittel und
  • nicht mehr als 5 weitere Dosen Byfavo® oder Placebo innerhalb eines beliebigen 15-Minuten-Zeitraums (bei Midazolam: kein Bedarf an mehr als 3 Dosen innerhalb eines 12-Minuten-Zeitraums)
  • Zeit bis zum Beginn des Eingriffs nach Verabreichung der ersten Dosis
  • Zeit bis zur maximalen Sedierung nach Verabreichung der ersten Dosis
  • Zeit bis zur Bereitschaft zur Entlassung nach Ende der Bronchoskopie (Entfernung des Bronchoskops) und nach der letzten Injektion des Prüfpräparats (definiert als Fähigkeit, ohne Hilfe zu gehen)
  • Zeit bis zur vollständigen Wachheit (zur ersten von drei aufeinanderfolgenden Messungen auf der MOAA/S-Skala (insgesamt 5 Messungen) ab dem Startzeitpunkt der letzten Dosis des Prüfpräparats oder Rescue-Arzneimittels)
  • MOAA/S-Werte nach Zeitpunkten
  • Erinnerung an den Eingriff anhand des Brice-Fragebogens bei vollständiger Wachheit und am Tag 4
  • Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit des Patienten, gemessen mit dem HVLT-R™, durchgeführt vor Verabreichung des Prüfpräparats und nachdem die Kriterien für vollständige Wachheit erreicht wurden
  • Sicherheit mehrfacher Dosen von Byfavo® (Initialdosis und zusätzliche Auffrischdosen), einschließlich der Sauerstoffsättigung und keine Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung nach Verabreichung einer Standarddosis Fentanyl
  • Bereitschaft zur Entlassung 30, 60 und 90 Minuten nach Injektion der ersten Dosis
  • Beurteilung der Re-Sedierung mittels VAS für Schläfrigkeit
  • Notwendigkeit von Flumazenil während des Eingriffs
  • Eigene Einschätzung des Patienten zur Rückkehr zum Normalzustand nach dem Eingriff
  • Schmerzen bei der Injektion des Prüfpräparats
  • Populationspharmakokinetik in einer Subgruppe älterer Patienten (≥ 75 Jahre) an ausgewählten Studienstandorten
Abbildung 3: Studiendesign Byfavo® in der Bronchoskopie. Vergleiche zwischen Byfavo® und Midazolam sind beschreibend; Signifikanztests wurden nicht durchgeführt. Der Open-Label-Midazolam-Arm war nicht darauf ausgelegt, statistisch signifikante Unterschiede gegenüber Byfavo® aufzuzeigen. Erstellt nach Pastis NJ et al. 2019.10

<b>Abbildung 2:</b> Studiendesign Byfavo<sup>®</sup> in der Koloskopie. Vergleiche zwischen Byfavo<sup>®</sup> und Midazolam sind beschreibend; Signifikanztests wurden nicht durchgeführt. Der Open-Label-Midazolam-Arm war nicht darauf ausgelegt, statistisch signifikante Unterschiede gegenüber Byfavo<sup>®</sup> aufzuzeigen. Erstellt nach Rex DK et al. 2018.<sup>4</sup>

# Die Open-Label-Midazolam-Gruppe war nicht darauf ausgelegt, statistisch signifikante Unterschiede gegenüber Byfavo® aufzuzeigen. † Begrenzt auf 5 Dosen innerhalb eines Zeitfensters von 15 Minuten. ‡ Begrenzt auf 3 Dosen innerhalb eines Zeitfensters von 12 Minuten.

Ergebnisse

Byfavo® unterstützt den gesamten Verlauf der prozeduralen Sedierung – von der Einleitung bis zur Erholung nach Ende des Eingriffs.

Unter Byfavo® erreichten 91,3 % aller Patienten einen Gesamterfolg des Eingriffs, verglichen mit 1,7 % unter Placebo (p < 0,0001) und 25,2 % unter Midazolam.5 Außerdem benötigten unter Byfavo® nur 3,4 % ein Rescue-Arzneimittel während des Eingriffs, unter Placebo 95 % und unter Midazolam 64,1 % der Patienten.5

Abbildung 4: Gesamterfolg der Koloskopie. Vergleiche zwischen Byfavo® und Midazolam sind beschreibend; Signifikanztests wurden nicht durchgeführt. Erstellt nach Rex DK et al. 2018.5
* Prozeduraler Erfolg definiert als Abschluss des Eingriffs, keine Notwendigkeit für ein Rescue-Sedativum und nicht mehr als 5 weitere Dosen Byfavo® innerhalb eines 15-Minuten-Zeitraums. † In einem beliebigen 15-Minuten-Zeitraum (für Midazolam 3 weitere Dosen in einem beliebigen 12-Minuten-Zeitraum).

Patienten, die mit Byfavo® behandelt wurden und deren Eingriff weniger als 30 Minuten dauerte, erreichten im Median schneller den Zustand der vollständigen Wachheit nach der letzten Dosis im Vergleich zu Placebo.5 Die mediane Dauer bis zur vollständigen Wachheit betrug unter Byfavo® nur 14,36 Minuten (±5,39), während Patienten unter Placebo durchschnittlich 31,93 Minuten (±16,81) und unter Midazolam 25,19 Minuten (±11,26) benötigten.5

Abbildung 5: Dauer bis zur vollständigen Wachheit* in der Koloskopie. Erstellt nach Rex DK et al. 2018.5

Unter Byfavo® erreichten 80,6 % aller Patienten einen Gesamterfolg des Eingriffs, verglichen mit 4,8 % unter Placebo (p < 0,0001) und 32,9 % unter Midazolam.10 Außerdem benötigten unter Byfavo® nur 15,8 % ein Rescue-Arzneimittel während des Eingriffs, unter Placebo 90,5 % und unter Midazolam 54,4 % der Patienten.10

Abbildung 6: Gesamterfolg der Bronchoskopie. Vergleiche zwischen Byfavo® und Midazolam sind beschreibend; Signifikanztests wurden nicht durchgeführt. Erstellt nach Pastis NJ et al. 2019.10

* Prozeduraler Erfolg definiert als Abschluss des Eingriffs, keine Notwendigkeit für ein Rescue-Sedativum und nicht mehr als 5 weitere Dosen von Byfavo® innerhalb eines 15-Minuten-Zeitraums. † In einem beliebigen 15-Minuten-Intervall (für Midazolam 3 weitere Dosen in einem beliebigen 12-Minuten-Zeitraum).

Patienten, die mit Byfavo® behandelt wurden, erlangten nach der letzten Dosis schneller die vollständige Erholung (mediane Zeit) wieder, bei einer Behandlungsdauer von weniger als 30 Minuten im Vergleich zu Placebo.10 Die mediane Zeit bis zur vollständigen Erholung betrug unter Byfavo® nur 11,6 Minuten (95 %-KI: 10,0–12,8), während Patienten unter Placebo durchschnittlich 20,0 Minuten (95 %-KI: 15,3–31,0) und unter Midazolam 18,0 Minuten (95 %-KI: 15,0–20,1) benötigten.10
Abbildung 7: Dauer bis zur vollständigen Wachheit* in der Koloskopie. Erstellt nach Pastis NJ et al. 2019.10
* „Vollständige Wachheit“ ist definiert als die erste von drei aufeinanderfolgenden Messungen auf der MOAA/S-Skala (insgesamt 5 Messungen) ab dem Startzeitpunkt der letzten Dosis des Prüfpräparats oder Rescue-Arzneimittels.

Verträglichkeit von Byfavo®

Byfavo® wird im Allgemeinen gut vertragen. Die behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse (TEAE) in den Studienarmen entsprachen dem, was bei einer Sedierung mit einem Benzodiazepin zu erwarten ist.*, 5, 10

* Bitte beachten Sie die vollständige Darstellung der Nebenwirkungen in der Byfavo® 20 mg Fachinformation.

In der Phase-III-Studie zur Koloskopie lag die Inzidenz von Hypotonie bei 38,9 % unter Byfavo®, bei 41,7 % unter Placebo und bei 61,8 % unter Midazolam.5 Die Hypotonie war der Hauptfaktor für die wesentlichen Unterschiede bei den TEAE zwischen Byfavo® und Midazolam.5

Abbildung 8: Ausgewählte Nebenwirkungen der Phase-III-Studie zur Koloskopie. Erstellt nach Rex DK et al. 2018.5
In der Phase-III-Studie zur Bronchoskopie hatte die Mehrheit der Patienten (74,9 %) milde TEAE, während moderate und schwere Ereignisse bei insgesamt 11,4 % bzw. 2,6 % der Patienten auftraten.10 In den verschiedenen Behandlungsgruppen wurden TEAE bei 34,7 % der Patienten unter Byfavo®, bei 25,4 % unter Placebo und bei 31,9 % unter Midazolam berichtet.10
Abbildung 9: Ausgewählte Nebenwirkungen der Phase-III-Studie zur Bronchoskopie. Erstellt nach Pastis NJ et al. 2019.10

* Tachykardie und Bradykardie. # Verringerte Atemfrequenz und Hypoxie. § Übelkeit und Erbrechen.

Nebenwirkungen bei Hochrisiko-Koloskopie von ASA-PS III–IV-Patienten

In einer weiteren Studie, in der die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Byfavo® bei Hochrisikokoloskopien mit ASA-PS III–IV-Patienten untersucht wurde, war die Inzidenz und Häufigkeit von TEAE in allen drei Behandlungsarmen vergleichbar und unabhängig vom ASA-Status.6

Abbildung 10: Häufigkeit von behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen (TEAE). Erstellt nach Rex DK et al. 2021.6

* Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TEAE) wurden definiert als unerwünschte Ereignisse, die während der Behandlung (ab dem Zeitpunkt der ersten Fentanyl-Gabe) auftraten und zuvor nicht vorhanden waren oder eine Verschlechterung eines bereits bei Studienbeginn bestehenden Ereignisses darstellten.

Anwendung und Dosierung von Byfavo®

Allgemeine Informationen zu Anwendung

Byfavo® darf nur durch Ärzte/medizinisches Fachpersonal mit Erfahrung im Bereich der Sedierung angewendet werden.1
Der Patient ist während des gesamten Verfahrens von einem separaten Arzt/medizinischem Fachpersonal zu überwachen, der/das nicht an der Durchführung des Eingriffs beteiligt ist und dessen einzige Aufgabe in der Überwachung des Patienten besteht. 1
Arzneimittel zur Wiederbelebung und angemessene Ausrüstung müssen sofort verfügbar sein.1
Ein Arzneimittel zur Aufhebung der Benzodiazepin-Wirkung (Flumazenil) muss sofort zur Anwendung verfügbar sein.g1

Titration von Byfavo®

Die Dosis von Byfavo® muss für den jeweiligen Patienten individuell titriert werden, um eine wirksame Dosis zu erhalten, mit der die gewünschte Sedierungstiefe erreicht wird und Nebenwirkungen minimiert werden.1 Bei Bedarf können zusätzliche Dosen angewendet werden, um die gewünschte Sedierungstiefe zu induzieren oder aufrechtzuerhalten.1

Vor der Anwendung zusätzlicher Dosen sollten mindestens 2 Minuten verstreichen, um die sedierende Wirkung vollständig beurteilen zu können.1 Wenn mit 5 Dosen Byfavo® innerhalb von 15 Minuten nicht die gewünschte Sedierungstiefe erreicht wird, ist die zusätzliche oder alleinige Gabe eines weiteren Sedativums zu erwägen.1

Byfavo® ist mit einem schnellen Einsetzen und Abklingen der Sedierung assoziiert. In klinischen Prüfungen wurde die tiefste Sedierung 3–3,5 Minuten nach dem ersten Bolus erreicht, und die Patienten wurden 12–14 Minuten nach der letzten Byfavo®-Dosis vollständig wach.

Gleichzeitig angewendete Opioid-Arzneimittel erhöhen bekanntermaßen die sedierende Wirkung von Byfavo® und dämpfen die Ventilationsantwort auf eine Stimulation mit Kohlendioxid.

 Opioid anwendenInduktionErhaltung/Titration
Prozedurale Sedierung mit Opioid#1 bis 2 Min. wartenInjektion: 5 mg (2 ml) über 1 Min.
2 Min. warten
Injektion: 2,5 mg (1 ml) über 15 Sek.§
Prozedurale Sedierung ohne Opioid Injektion: 7 mg (2,8 ml) über 1 Min.
2 Min. warten
Injektion: 2,5 mg (1 ml) über 15 Sek.§
* Und/oder Patienten mit ASA-PS III–IV und/oder Körpergewicht < 50 kg.# Z. B. 50 µg Fentanyl oder eine angemessen reduzierte Dosis für ältere oder geschwächte Patienten.§
Die in den klinischen Prüfungen angewendete maximale Gesamtdosis betrug 33 mg.
Opioid anwenden Induktion Erhaltung/Titration
Prozedurale Sedierung mit Opioid# 1 bis 2 Min. warten Injektion: 2,5–5 mg (1–2 ml) über 1 Min. 2 Min. warten Injektion: 1,25–2,5 mg (0,5–1 ml) über 15 Sek.§
Prozedurale Sedierung ohne Opioid Injektion: 2,5–5 mg (1–2 ml) über 1 Min. 2 Min. warten Injektion: 1,25–2,5 mg (0,5–1 ml) über 15 Sek.§
* Und/oder Patienten mit ASA-PS III–IV und/oder Körpergewicht < 50 kg.# Z. B. 50 µg Fentanyl oder eine angemessen reduzierte Dosis für ältere oder geschwächte Patienten.§ Die in den klinischen Prüfungen angewendete maximale Gesamtdosis betrug 17,5 mg.

Maßnahmen bei Überdosierung

Die Vitalzeichen des Patienten sind zu überwachen und unterstützende Maßnahmen sind, wie es der klinische Zustand des Patienten erfordert, einzuleiten, einschließlich der Sicherung freier Atemwege, Sicherstellung einer ausreichenden Beatmung und Legen eines adäquaten intravenösen Zugangs.1
12399246_BYF_Landingpage_09-25_bottle_DV

Flumazenil, ein spezifischer Benzodiazepin-Rezeptor-Antagonist, ist für die vollständige oder teilweise Aufhebung der sedierenden Wirkungen von Benzodiazepinen angezeigt und kann in Situationen angewendet werden, in denen eine Überdosierung mit Byfavo® bekannt ist oder vermutet wird.1

Mit Flumazenil behandelte Patienten sind über einen angemessenen Zeitraum nach der Behandlung auf erneute Sedierung, Atemdepression und andere Restwirkungen von Benzodiazepin zu überwachen. Da jedoch die Eliminationshalbwertszeit von Flumazenil etwa dieselbe ist wie die von Byfavo®, besteht nur ein geringes Risiko für eine erneute Sedierung nach der Gabe von Flumazenil.1

Um den Text lesefreundlich zu gestalten, wird das generische Maskulinum verwendet; alle Personenbezeichnungen beziehen sich auf alle Geschlechter.

Abkürzungen

GABA:
γ-Aminobuttersäure;
HVLT-R: Hopkins Verbal Learning Test-Revised;
KI: Konfidenzintervall;
MOAA/S:Modified Observer’s Assessment of Alertness/Sedation;
PONV: Postoperative Nausea and Vomiting (postoperative Übelkeit und Erbrechen);
TEAE: behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse;
VAS: Visuelle Analog-Skala.

Referenzen

1. Byfavo® 20 mg Fachinformation, Stand 11/2025.
2. Aszkiełowicz A et al. R. Anaesthesiol Intensive Ther. 2025;57(1):257–266.
3. Dao VA et al. EndoscInt Open. 2022;10:E378–E385.
4. Tang Y et al. Minerva Anestesiol 2022;88(11):939–949.
5. Rex DK et al. Gastrointest Endosc. 2018;88(3):427–437.e6.
6. Rex DK et al. Dig Liver Dis. 2021;53(1):94–101.
7. Pambianco DJ und Cash BD. Gastrointest Endosc. 2016;18:22–28.
8. Whizar V et al. J Anesth Crit Care Open Access. 2016;4:00166.
9. Scheckenbach et al. Anästh Intensivmed. 2021;62:111–117.
10. Pastis NJ et al. Chest. 2019;155:137–146.

DE-PS-0008, Feb 26

Nach oben scrollen